Elisabeth berger

Menschen und ihre Lebensreise haben mich schon immer interessiert. Es gibt Situationen, in denen Dinge ins Stocken geraten oder scheinbar ganz sta­gnie­ren. Wir sind dann mit unserer ganzen Per­sönlich­keit gefordert, vielleicht auch überfordert. „Wie ein Strudel“ kann es uns gefangen nehmen. Sobald wir die Hindernisse, Dynamiken und Eng­stel­len bewältigt haben, ist der Lebensfluss wieder spür­bar, geht die Lebensreise weiter und kann durch­aus in ruhigere Gewässer führen.

Qualifikationen

  • Quellberuf: Lehramt AHS
  • Seit 1990 Trainerin im Bereich der Erwachsenen­bildung
  • Ausbildung zur Spielpädagogin AGB Wien 1993
  • Bundeslehrerin im Hochschuldienst an die Universität Salzburg „School of Education“, Bereich Lehrer:innen-Bildung 1998 – 2017
  • „Psychotherapeutisches Propädeutikum“ bei dem ÖAGG, Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik, 2013 – 2015
  • Fachspezifikum bei  der ÖAS Salzburg – Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Familientherapie und systemische Studien, Abschluss 2020
  • 2016 Gründung von METHIKO® Mensch-Tier-Therapie und Kommunikation
  • Seit 2017 Niedergelassene Praxis
  • Mitarbeit im Team des Traumahilfezentrums Salzburg – Österr. Rotes Kreuz: Leitung und Co-Leitung von Stabilisierungsgruppen
  • Aufsuchende Arbeit bei TAF (Therapeutisch Ambulante Familienbetreuung) im Bundesland Salzburg seit 2017
  • 2019 Therapiebegleithundeprüfung mit meinen Hunden gem. § 39a Abs 8a und 10 des Bundesbehindertengesetzes am Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien
  • 2020 Eintragung in die Psychotherapeutenliste (Nr. 11275) des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
  • EMDR  für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Beginn 2019  und derzeit  im europ. Zertifizierungsverfahren,        „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ kurz EMDR, auf Deutsch: Desensibilisierung und Aufarbeitung durch Augenbewegungen
  • Säuglings-Kinder- und Jugendpsychotherapie, Weiterbildung SKJ- Curriculum ÖAS 2020/2021
  • ZAP – Trauma-Curriculum: Zentrum für Angewandte Psychotraumatologie 2021

Ich arbeite seit 20 Jahren mit Gruppen in verschiedenen Kontexten.

Vier Fragen an Elisabeth Berger - ein Interview

1. Was war Ihr Berufswunsch als Kind?

Ich wollte als Kind unbedingt etwas mit Tieren machen!

Eigene – größere – Tiere waren in unserer Stadt­wohnung nicht möglich. Bei meinen Groß­eltern am Land nutzte ich immer die Möglichkeit, mit Tieren am benachbarten Bauernhof Kontakt aufzunehmen. Bei meiner Oma bekam ich dann meine „eigene Katze“, die ich sehr liebte.

Ich bin ein Jahrgang, wo es noch nicht einmal die Idee von tiergestützter Arbeit gab. So blieb mein Berufswunsch schwammig. Bis zu meinem ersten eigenen Hund sollte es dann noch Jahrzehnte dauern.

2. Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie Psychotherapeutin werden wollten und warum?

Als Jugendliche interessierte mich der Mensch mit seinem inneren Erleben sehr und ich wollte Psy­cho­lo­gin werden oder eine Ausbildung als Tanz­therapeutin machen.

Beide Berufe galten damals als „brotlos“ und so nahm ich den Rat meiner Eltern an, etwas „Vernünftiges“ zu studieren und Lehrerin zu werden.

Die Fächer, die ich dabei wählen durfte, waren: Psychologie – Philosophie – Pädagogik und Sport. Auf diese Weise konnte ich meinen Interessen folgen.

Ich war  dann einige Zeit Lehrerin in der Schule und habe lange Jahre zukünftige Lehrer:innen an der Universität ausgebildet.

Parallel dazu habe ich  eine Ausbildung als Hunde­trainerin in gewaltfreien Methoden gemacht und über Jahre hinweg mit Menschen und Tieren im Bereich der beratenden Tätigkeit gearbeitet.

Zum meinem persönlichen Jubiläum mit 50 Jahren  zog ich Bilanz in meinem Leben und spürte, dass ich noch immer bedauerte, nicht als Therapeutin arbeiten zu können.

Ich dachte mir damals:

„Jetzt oder nie – ich gebe nochmal richtig Gas und erfülle mir meinen Berufswunsch. Mit meinen Lebenserfahrungen, den Berufserfahrungen in der Arbeit mit Menschen und Tieren, die ich habe und dem Know-how der zukünftigen Ausbildung kann ich sicherlich noch lange bis in meine Pension hinein hilfreich für Menschen und Tiere sein.“

So kam es, dass ich mit 50 Jahren den Beruf erlernte, der als Jugendliche mein „Traumberuf“ war.

Die Zeiten waren günstig, denn nun war auch die tiergestützte Arbeit in Fachkreisen anerkannt und so kann ich nun alles miteinander verbinden.

3. Hatten Sie schon als Kind viel Kontakt zu Tieren? Gibt es ein besonderes Erlebnis mit einem Tier?

Als Kind nutzte ich alle Möglichkeiten mit Tieren in Kontakt zu sein, die ich bekommen konnte.

Meine Großeltern am Land waren diesbezüglich sehr wichtige Unterstützer und lehrten mich, zu beobachten und mich in Anwesenheit von Tieren ruhig zu verhalten.

Unsere ganze Familie war sehr tierfreundlich, wir hatten jahrelang Wellensittiche.

Ich kann gar kein einzelnes besonderes Erlebnis anführen. Es gab so viele kleine Momente mit Tieren, die mich tief berührten und in denen ich die Kontaktaufnahme von Tieren, die einzigartige „wortlose Sprache der Tiere, intuitiv erfasste und diese Wesen in Tiergestalt lieben lernte.

Der Respekt für die Tiere und vor dem, was sie für uns Menschen tun, hält bis zum heutigen Tag aktuell an.

Für mich sind Tiere wie Brüder und Schwestern in Tiergestalt.

4. Wie und wann haben Sie gemerkt, dass die tiergestützten Therapie etwas ist, das Sie anbieten möchten?

Die Arbeit mit meinen Tieren hat sich ganz natürlich ergeben.

Mal waren es die Katzen, die selbstständig im Therapieraum erschienen sind, mal waren es die Hunde, die unbedingt zu den Klient:innen wollten.

Insofern hat sich die Ausbildung zu Therapiehunden angeboten.
Ich kenne meine Tiere und ihre Eigenheiten sehr gut und so kann ich sie auch „lesen“ und bin begeistert, wie selbstständig sie agieren und aus freiem Willen mit den Erwachsenen und den Kindern arbeiten.

Ich sehe meine Tiere als Co-Therapeuten, denn sie können auf einer tiefen Ebene Beziehung anbieten und dies kann sehr schöne Gefühle für beide Seiten hervorrufen.

Mir ist dabei wichtig, dass ich die Tiere nicht „dressiere“, sondern, dass sie das, was sie tun, freiwillig anbieten.

Die sanfte Berührung des Felles, die Blicke der Tiere, die Freundlichkeit, dies anzubieten, all das kann  uns als Menschen in einer Tiefe berühren, die in uns etwas heilen lassen kann.

Wunderbar dabei ist, dass ich meine Hunde auch in meiner Arbeitszeit erleben darf und wir so als Arbeits- und Lebens-Team fungieren können.